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>> OBERITALIENISCHE EISENBAHNEN.

 

Die europäische Region “Oberitalien” stellt einen wirtschaftlich überaus hochentwickelten Raum dar. Dort gibt es einerseits eine ertragreiche Landwirtschaft(Po-Ebene), andererseits wichtige Industriebetriebe; dort liegen aber auch die wichtigen Häfen Venedig, Triest und Genua. Letzterer stellt den größten Seehafen Italiens dar. Das Eisenbahnnetz ist dementsprechend dicht, es ist überhaupt das dichteste in ganz Italien.

Das oberitalienische Netz:

Copyright: Elmar Oberegger

Mailand/Milano(ca. 1,5 Mio Ew) ist mit Sicherheit die bedeutendste Stadt innerhalb dieses Systems. Bedauerlicherweise gab es in den letzten Jahren Bestrebungen, Oberitalien vom Rest des Staates politisch abzutrennen. Sie sind mittlerweile zum Stillstand gekommen. Dieser Artikel ist übrigens keineswegs dazu gedacht, diesen neuen Auftrieb zu verschaffen.

Oberitalien ist Durchgangsgebiet für viele von den Alpen kommenden Eisenbahnen:

1) Mont Cenis-Gènova-Relation.

2) Simplon-Gènova-Relation.

3) Gotthard-Gènova-Relation.

4) Brenner-Gènova/Venezia-Relation.

5) Pontebba-Trieste-Relation.

Alle diese Linien verbinden den sogenannten “Reichen Norden“(Schweiz u.a.) mit den aufgrund der geographischen Verhältnisse relativ klein angelegten Häfen des Südens. Die Einrichtung diverser Öl-Pipelines vermochte deren Ertrags-Verhältnisse jedoch nachhaltig zu verbessern.

Dazu ist Oberitalien aber auch Durchgangsgebiet für den Verkehr nach Rom, Mittel- und Süditalien.

Während der österreichischen Herrschaft, welche sich ab 1859 aufzulösen begann, war eine Verkehrsorientierung in Richtung Wien zu beobachten: Es ging angesichts der Revolution von 1848 besonders darum, möglichst schnell Truppen nach Mailand befördern zu können. In dieser im Vergleich zu Wien hochentwickelten Stadt lag nämlich trotz spektakulärer Unterdrückungs-Maßnahmen ein “Brandherd der Revolution”.

Vor diesem Hintergrund fand einst der Spatenstich am Semmering statt, es sollte eine “Oberitalien-Bahn” von Wien nach Mailand geschaffen werden. Offiziell wurde dieses Projekt mit “Südliche Staatsbahn“ bezeichnet. Seine Wirkung konnte es angesichts der politischen Veränderungen der Jahre 1859 und 1866 nicht mehr entfalten.

Eine Schlüsselfunktion war in diesem Zusammenhang der “Ferdinandea” zugedacht, deren Bau bereits seit 1835 angestrebt und 1840 endlich begonnen werden konnte. Es ging um die Herstellung einer Schienenverbindung zwischen Venedig und Mailand. Im Jahre 1845 war die berühmte “Lagunen-Brücke” zwischen Mestre und Venedig vollendet worden. Wien war an dieser Eisenbahn natürlich höchst interessiert gewesen.

Seine heutige politische Gestalt erhielt Oberitalien erst im Jahr 1945.

 

Quellen:

Art. “Italienische Eisenbahnen”. In: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. Hrsg. v. Victor RÖLL. -Berlin/Wien 1912 ff.

Art. “Alpenbahnen”, “Oberitalien-Bahn”, “Erzherzog Johann-Bahn” und “Ferdinandea” dieser Enzyklopädie.

LACCHÉ Camillo: Ferrovie italiane. -Roma 1990.

OBEREGGER Elmar: Die einzelnen Länder. -Sattledt 2007(Zur Eisenbahngeschichte des Alpen-Donau-Adria-Raumes 1).

OBEREGGER Elmar: Die wichtigsten Eisenbahnhäfen. -Sattledt 2007(Zur Eisenbahngeschichte des Alpen-Donau-Adria-Raumes 2).

 

Copyright: Elmar Oberegger 2007.